Eintrag vom: 19.07.2013

Gefahrstoffe effizient abduschen
Forscher vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT analysieren Duschköpfe von Notduschen

Laugen, Säuren, Lösemittel – in vielen chemischen Laboren wimmelt es vor Gefahrstoffen. Für die Mitarbeiter, die in solchen Laboren arbeiten, heißt das: Vorsicht und Kittelpflicht. Auch festes Schuhwerk ist ansagt. Gelangen dennoch größere Gefahrstoffmengen auf die Kleidung, ist schnelles Handeln gefragt. Dann heißt es: Raus aus den Textilien und ab unter die Notdusche, um die gefährliche Substanz vom Körper zu spülen – je schneller, desto besser. Die Notduschen sollen dabei gewisse Vorgaben erfüllen: Diese geben beispielsweise an, wie viel Wasser pro Minute durch den Duschkopf strömen und wie der Wasserkegel geformt sein soll. Vertiefte Studien zum erforderlichen Wasserstrom gab es bislang allerdings nur für das Löschverhalten der Duschen: Wie schnell hilft die Dusche, wenn ein Forscher mit brennender Kleidung unter ihr steht? Was das Abspülen von Gefahrstoffen angeht, war die Studienlage mau.

Forscher vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen haben diese Lücke nun geschlossen, gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie BG RCI. "Wir haben 15 Duschköpfe untersucht, durch die pro Minute zwischen 20 und 110 Liter Wasser floss", sagt Dr. Ulrich Seifert, Wissenschaftler bei Fraunhofer UMSICHT. Das Ergebnis: Strömt viel Wasser durch den Duschkopf, garantiert dies keineswegs eine besonders kurze Abspülzeit – viel hilft also nicht immer viel. Ebenso wenig führt die Form der Wasserverteilung, die in deutschen und europäischen Normen vorgegeben ist – quasi wie weit der Strahl aufgefächert ist –, zu einem schnellen Abspülen. Die Form des Sprühkegels hat also nicht den Einfluss, den die Normen erwarten lassen: Besonders gut schnitten Duschen ab, deren Strahl enger war als nach Norm gefordert. "Wie gut die Abspülwirkung der Dusche ist, kann man besser an anderen Merkmalen ablesen, insbesondere am Benetzungsgrad: Wie gut versorgt die Dusche die Körperoberfläche der verletzten Person mit Wasser? Dieser Punkt ist in den Normen bisher nicht berücksichtigt", erläutert Seifert.

Weitere Informationen in einer Pressemeldung.


Quelle/Urheber: PolRed




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