Eintrag vom: 31.08.2006

Gehörschutzstöpsel im Test
ÖKOTEST hat 22 verschiedene Ohrstöpsel unter die Lupe genommen

ÖKOTEST hat erneut 22 Ohrstöpsel für den Haus- und Industriegebrauch ins Labor geschickt und auf bedenkliche und gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Im Vergleich zu den Tests von 2002 kommen jetzt deutlich mehr Stöpsel ohne Schadstoffe aus.

Das Ergebnis: Drei Ohrstöpsel strotzen nur so vor Schadstoffen und schneiden daher mit dem schlechtesten Testurteil "ungenügend" ab. Sechs Schalldämpfer enthalten erhöhte oder sogar stark erhöhte Gehalte an Dibutyl- (DBT) und/oder Tributylzinn (TBT) sowie anderen zinnorganischen Verbindungen. Gerade DBT und TBT sind hochgiftig und bereits kleinste Mengen reichen aus, um das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen.

Erhöhte und stark erhöhte Mengen bedenklicher Weichmacher stecken in vier Produkten. Als besonders negativ fielen dabei die Meister Gehörschutzpfropfen auf, die zu mehr als der Hälfte aus Phthalaten bestehen. Diese Verbindungen stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken.

Auch bei den Quiet Gehörschutzstöpsel QD30E von Howard Leight, die ÖKOTEST schon im letzten Test als "Schadstoffbombe" bezeichnete, hat sich nichts zum Positiven verändert.

Die britische Firma Aearo hat als einziger Hersteller für seine Gehörschutzstöpsel das neue freiwillige Gehörschutz-Prüfzeichen ("BG-Prüfzert") mit der Bezeichnung "schadstoffarm" erworben. (Im April dieses Jahres hat das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) in Sankt Augustin Beurteilungskriterien und Grenzwerte vorgelegt, die zum Erwerb dieses Prüfzeiches ("BG-Prüfzert") eingehalten werden müssen.)

Und auch beim A und O eines Ohrstöpsels, der Schalldämmung, gibt es hörbare Unterschiede: Einige Pfropfen drosseln den Krach um bis zu 37 Dezibel, während andere gerade einmal 20 Dezibel schlucken.

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Quelle/Urheber: PolRed




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